Netflix tut sich mit Microsoft zusammen, um ein Werbemodell aufzubauen

Netflix tut sich mit Microsoft zusammen, um ein Werbemodell aufzubauen

Netflix hat Microsoft gegenüber Google und AT&T den Vorzug gegeben, weil letztere bei ihren Versuchen, in das Fernsehgeschäft einzusteigen, kläglich gescheitert sind. Microsoft ist außerdem billiger als Netflix, so dass der Deal als Kosten für den Einstieg ins TV-Geschäft abgeschrieben werden könnte. Microsoft-CEO Satya Nadella ist an dem neuen Projekt beteiligt. Der Deal hat das Potenzial, einen neuen Standard für das werbefinanzierte Streaming-Ökosystem zu setzen.

Das neue Modell wird weniger kosten als der aktuelle Abo-Plan. Netflix hat sich bisher geweigert, Werbung zu schalten, aber jetzt arbeitet es mit Filmstudios und anderen Unternehmen zusammen, um Werbung in die Inhalte einzubinden. Es ist noch gar nicht so lange her, da sagte Netflix, dass es „niemals“ zu einem werbefinanzierten Modell übergehen würde. Das Unternehmen sagt, dass es bis Ende 2022 bereit sein wird, den neuen Dienst einzuführen. Allerdings hat sich das Unternehmen eine äußerst knappe Frist für die Einführung des neuen Dienstes gesetzt. Netflix hat viele Jahre lang Werbung vermieden, weil es glaubte, dass die Menschen keine Werbung wollen. Sie haben nicht erkannt, dass die Menschen weniger für Streaming-Dienste ausgeben wollen und ein Werbemodell dies ermöglicht.

Während die Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Netflix als positiver Schritt angesehen wird, ist noch nicht klar, wie sie genau funktionieren wird. Microsoft wird der wichtigste Werbepartner sein. Netflix verlangt von den Werbetreibenden, dass sie seine Plattform durchlaufen, bevor sie auf die Anzeigen zugreifen können. Im Gegensatz zu Googles Werbenetzwerk werden die Netflix-Anzeigen nur über die Microsoft-Plattform verfügbar sein. Glücklicherweise werden Netflix-Abonnenten weiterhin die Möglichkeit haben, werbefreie Tarife zu abonnieren. Viele sagen jedoch voraus, dass der werbegestützte Ansatz ein Wendepunkt sein wird, da er die Abonnementkosten senken wird

Im Moment verfolgen beide Unternehmen das gleiche Ziel: die Einnahmen aus der Streaming-Plattform zu steigern. Allerdings hat Netflix zum ersten Mal in seiner Geschichte Abonnenten verloren. Manche argumentieren, dass das Hinzufügen von Werbeaktionen und -anzeigen dem Dienst nur schaden würde. Es gibt jedoch zahlreiche Beweise (z. B. von Disnet+), dass dies eine bessere Option ist als die Bezahlung von Abonnements und Inhalten. Netflix verfügt über eine Fülle von Daten über seine Abonnenten, was gezielte Marketingmaßnahmen einfacher und billiger macht.

Ein billigeres, werbefinanziertes Abonnement ist eine Möglichkeit für Netflix, in günstigere Regionen vorzudringen. Microsoft und Netflix testen derzeit Lösungen in drei lateinamerikanischen Märkten. Das Unternehmen schätzt, dass es in diesen Regionen etwa 100 Millionen Haushalte gibt, die das Passwort-Sharing nutzen. Um dieses Problem zu bekämpfen, hat Netflix verschiedene Mitgliedschaftsstufen eingeführt, mit denen die Nutzer/innen mehr Videos auf einmal ansehen können. Das Unternehmen will außerdem sicherstellen, dass die gemeinsame Nutzung von Passwörtern zwischen Haushalten begrenzt ist. Wenn die gemeinsame Nutzung von Passwörtern ausufert, können sich die Nutzer/innen, denen das Konto gehört, nicht mehr anmelden.

Microsoft muss die Branche noch von seinem Engagement in der Werbeindustrie überzeugen, weshalb es sein Anzeigengeschäft aQuantive abgeschrieben hat. Die neue Partnerschaft zwischen Netflix und Microsoft könnte zu einer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit führen. Die beiden Unternehmen könnten auch der AVOD-Branche helfen, indem sie ein besseres Werbemodell für das Fernsehen entwickeln. Außerdem könnte die Zusammenarbeit in Zukunft zu größeren Veränderungen in der Fernsehwerbung führen.

Netflix testet jetzt das bezahlte Teilen von Passwörtern, um die große Zahl der Nutzer/innen einzudämmen, die ihre Passwörter mit anderen teilen. Eine Testversion dieser Funktion wird in Costa Rica, Peru und Chile ausgerollt. Auch in Argentinien, El Salvador und Guatemala wird Netflix die Option „Zusätzliches Mitglied hinzufügen“ in naher Zukunft einführen. All diese Maßnahmen sind Teil der Strategie von Netflix, die Abonnementzahlen zu erhöhen. Der Schritt signalisiert auch das Ende der kostenlosen Nutzung der Plattform.

Weiter lesen